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Urteile

Massenentlassung - Berücksichtigung von Eigenkündigungen

  1. Auch nach der Änderung des Dritten Abschnitts (§§ 17 ff.) des Kündigungsschutzgesetzes durch das 1. Arbeitsrechtsbereinigungsgesetz ist an dem Grundsatz festzuhalten, dass unter "Entlassung" im Sinne dieser Vorschriften die tatsächliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu verstehen ist, die auf eine Kündigung durch den Arbeitgeber zurückgeht.
  2. Dagegen fällt grundsätzlich nicht unter den Begriff der "Entlassung" der Fall, dass der Arbeitnehmer auf Grund einer von ihm ausgesprochenen Kündigung ausscheidet. Etwas anderes gilt jedoch nach dem Sinn und Zweck der §§ 17 ff. KSchG dann, wenn der Arbeitnehmer deshalb selbst gekündigt hat, weil seiner Kündigung die Erklärung des Arbeitgebers vorausgegangen ist, er, der Arbeitgeber, werde dem Arbeitnehmer zum gleichen Zeitpunkt kündigen, wenn dieser der Aufforderung zur Kündigung nicht nachkomme. In diesem Ausnahmefall sind die auf Arbeitnehmerkündigungen beruhenden Entlassungen neben den Entlassungen nach Arbeitgeberkündigungen unter den Voraussetzungen des § 17 Abs. 1 KSchG anzeigepflichtig.
  3. Verletzt der Arbeitgeber die Anzeigepflicht gemäß § 17 KSchG, so ist die einzelne vom Arbeitgeber erklärte Kündigung dann unwirksam, wenn der Arbeitnehmer sich nauf den Gesetzesverstoß beruft (Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung).

BAG vom 06.12.1973 - 2 AZR 10/73

 

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